Sa, 03/14/2015 - 17:56 -- marc

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Fünf syrische Männer sind nach sechs Monaten Aufenthalt allein in Wankheim und schon drei Monaten vorher in deutschen Aufnahmestellen von der Abschiebung nach Ungarn und Italien bedroht.

 Nach der persönlichen Asylantragstellung in der Außenstelle des Bundesamtes in Eningen u.A. kam nach der ersten Freude über den nächsten Schritt in eine sichere Zukunft für fünf unserer Syrer eine herbe Enttäuschung und Ernüchterung: der deutsche Staat erklärt sich als nicht zuständig für ihren Asylantrag. Auf Ihrer Flucht (Ungarn/Italien) wurden sie von der Polizei aufgegriffen und eingesperrt. Erst nach Abnahme ihrer Fingerabdrücke wurden sie wieder frei gelassen. Somit sind Ihre Fingerabdrücke in der Datenbank EURODAC. Und sie werden behandelt, als ob sie in einem Mitgliedstaat der EU schon einen Asylantrag gestellt hätten. Stichwort Dublin- Abkommen.
„Die Verordnung regelt, welcher Mitgliedstaat für einen im Geltungsbereich gestellten Asylantrag zuständig ist. Damit soll erreicht werden, dass ein Asylsuchender innerhalb der Mitgliedstaaten nur noch ein Asylverfahren betreiben kann. Welcher Staat für die Durchführung des Asylverfahrens zuständig ist, wird durch die in der Verordnung genannten Kriterien bestimmt. Stellt der Asylsuchende dennoch in einem anderen Mitgliedstaat seinen Asylantrag, wird kein Asylverfahren mehr durchgeführt, sondern der Asylsuchende an den zuständigen Staat überstellt. Das Rückgrat der Dublin-III-Verordnung ist die europäische Datenbank EURODAC, die den Asylbehörden bei der Prüfung ihrer Zuständigkeit Anhaltspunkte dafür liefert, ob der betreffende Antragsteller bereits in einem andern Mitgliedstaat einen Asylantrag gestellt hat und/oder wann und wo er illegal die Außengrenzen des Geltungsbereichs der Verordnung überschritten hat.“ (Quelle: Wikipedia“)

 Nun können sie jederzeit in eben dieses Land abgeschoben werden, das nach dem Dublin-Abkommen für sie zuständig ist. Aus der Sicht der Helfergruppe ist diese Regelung und ihre Durchsetzung zu diesem Zeitpunkt ein Fiasko. Wenn, dann hätte sofort nach der Ankunft in Deutschland festgestellt werden müssen, dass eigentlich Italien oder Ungarn für diesen Flüchtling zuständig ist. Und dann entsprechend dem Dublin-Abkommen derjenige in den zuständigen Mitgliedsstaat gebracht werden.

Aber doch bitte nicht nach neun Monaten in Deutschland, nachdem die Flüchtlinge auf dem Weg der Integration in die deutsche Gesellschaft nachweislich schon weit vorangeschritten sind.
Die geplanten Abschiebungen machen keinen Sinn: Auf der einen Seite werden neue Flüchtlinge aus Syrien hier aufgenommen, auf der anderen Seite werden sie wieder in andere Mitgliedstaaten verschoben, wie Marionetten in einem tragischen Puppenspiel.

Um die drohende Abschiebung zu vermeiden, muss die kostspielige Hilfe eines Rechtsanwalts in Anspruch genommen werden, von der großen psychischen Belastung der Betroffenen ganz zu schweigen.
Dieses Vorgehen der Behörden ist unmenschlich und unnötig.
Daher fordern wir die Anerkennung des Asylantrags in Deutschland für die fünf Syrer in Wankheim!

Mehr Infos in dem Ratgeber von Pro Asyl